Geschichte
50 Jahre Kammerspiele – Ein Rückblick
Vor über 50 Jahren, im Herbst 1957, gründete der 23-jährige Elert Bode die Westfälischen Kammerspiele in Paderborn. Er wollte Theater machen, das die Menschen in dieser theaterlosen Region bewegt und etwas angeht.
Die erste Spielstätte war die Aula des Gymnasiums Theodorianum. Da die Zuschauer auf harten Schülerbanken sitzen mussten, folgte zwei Jahre später der Umzug in das ehemalige Café Vaterland im Kötterhagen 2, der späteren Buchhandlung Aloys Kamp. Die Zuschauerplätze erhöhten sich auf 80 und durch einen abwechslungsreichen, interessanten Spielplan begeisterten sich immer mehr Paderborner für das Theater.
Wenige Jahre nach dem ersten Umzug, musste 1968 ein neues Theaterhaus gebaut werden, um der wachsenden Zuschauerzahl stand zu halten. Unterstützt von der Stadt, dem Kulturministerium NRW und der Hilfe von Verbänden und Privatpersonen entstanden die Kammerspiele im Gebäude der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold, die von dem Architekten Hans Mohr unter Mitarbeit des Bildhauers Josef Rikus entworfen wurden.
Zwei Jahre später verließ Elert Bode das Theater. Sein Nachfolger wurde Siegfried Bühr, dem 1978 Stefan Horn folgte. 1981 übernahm Friedrich Bremer die Intendanz. Während seiner Intendantenzeit wurde eine neue Spielstätte, das Studio in der Klingelgasse, eingeweiht. Es bietet Platz für bis zu 60 Zuschauer und ist als variable Raumbühne bespielbar.
Zur Spielzeit 1994/95 übernahm die jetzige Intendantin Dr. Merula Steinhardt-Unseld die Leitung des Theaters. Neben der neuen künstlerischen Profilbildung, der Gewinnung weiterer Zuschauer und der Erweiterung des Theaterangebotes, standen in den ersten Jahren auch wichtige räumlich-technische Veränderungen an. Im Februar 2000 wurde sowohl eine neue, erweiterte Gewandmeisterei, als auch ein neuer Kostümfundus bezogen. Dank einer großzügigen Spende eines Paderborner Unternehmers konnte zudem eine moderne Probenbühne für die Schauspielarbeit eingerichtet werden.
Auch personell gab es Innovationen: Seit 2001 sind die Kammerspiele ein Ausbildungsbetrieb in der Technik und seit 2006 in der Gewandmeisterei. Ebenfalls 2006 begann auch die lange geforderte Verwaltungsleitung ihre Arbeit am Haus.
Auch auf der künstlerischen Ebene wurden Fortschritte gemacht: Seit 1994/95 wird erstmals neben dem Weihnachtsstück jährlich eine mobile Kinder- und Jugendtheaterinszenierung angeboten. Seit 2003 arbeitet zudem eine Theaterpädagogin an den Kammerspielen.
Im gleichen Jahr wurde im Innenhof des Neuhäuser Schlosses mit Molieres „Der Geizige” der dritte Spielort der Kammerspiele eröffnet – eine Freilichtspielstätte für rund 250 Zuschauer.
Seit über zehn Jahren machen sich die Theaterleute vor und hinter den Kulissen bereit, um mehr Theater für mehr Zuschauer zeigen zu können. Denn schon lange reichen weder die technische Ausstattung, noch die Zuschauerbegrenzung auf 220 Plätze aus, um der Akzeptanz und dem Bedürfnis des Publikums nach Theater in Paderborn gerecht zu werden.
2008 wurden die Weichen gestellt für einen Theaterneubau im Herzen der Stadt, der in der Spielzeit 2011/2012 eingeweiht werden soll und 400 Zuschauern Theater bieten wird.
