Schauspiel von Franziska Steiof
nach Theodor Storm
im Großen Haus
Hauke Haien, ein gewöhnlicher Bauernsohn, hat sich zum Deichgrafen hochgearbeitet. Er fasst den ambitionierten Plan, einen neuen Deich zu bauen, um die Küste vor den Wellen des Meeres zu schützen – denn die steigen von Jahr zu Jahr höher. Obwohl er in seinem Dorf auf Gegenwind stößt, setzt er sich durch – mit fatalen Folgen. In Storms weltberühmter Novelle steht ein Mensch mit seinem unerschütterlichen Glauben an den Fortschritt nicht nur seinen Mitmenschen, sondern auch den Naturgewalten gegenüber. Auf sehr bildkräftige Weise wird die Frage aufgeworfen, in welchem scheinbar unversöhnlichen Verhältnis die Unverfügbarkeit der Natur und der menschliche Wille, Probleme mit technischen Mitteln zu lösen, stehen.
Der praktizierende Jurist Theodor Storm (1817-1888) gilt heute als bedeutendster Vertreter des Realismus. Er hatte nicht nur einen Blick für die Natur, sondern verstand es auch, nordfriesische Landschaften ebenso wie die psychologischen Tiefen des Menschseins beeindruckend zu schildern. „Der Schimmelreiter“ ist nach „Krabat“ die zweite Sparten übergreifende Produktion, in der das Schauspielensemble aus dem Abendspielplan zusammen mit dem jott-Ensemble auf der Bühne steht.