Dokumentartheater nach dem Sachbuch von Carolin Amlinger und
Oliver Nachtwey. In einer Bühnenfassung von Katharina Kreuzhage
im Studio
Mit ihrem soziologischen Sachbuch „Zerstörungslust“ schafften es Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey auf die Spiegel-Bestseller-Liste, ins heute journal – und auf die Bühne. Der Text analysiert sehr differenziert die psychosozialen Beweggründe von Menschen, die rechtsextrem denken und wählen. Warum folgen sie rechten Parteien und
Strömungen? Woher kommt ihre Lust an der Zerstörung der freiheitlich-
demokratischen Grundordnung? Auf Grundlage umfangreicher empirischer Forschungen, darunter einer Vielzahl ausführlicher Interviews, u.a. mit AfD-Anhänger*innen und Mitgliedern libertärer Vereinigungen, legen Amlinger und Nachtwey die Muster frei, die dem Nach-Rechts-Rutschen der Gesellschaft zugrunde liegen. Dazu gehören auch die häufig verfehlten oder widersprüchlichen Abwehrstrategien des links-liberalen Establishments.
Wenn wir besser verstehen, warum sich Menschen in steigender Zahl rechtsextremem Gedankengut nähern und von der freiheitlich-demokratischen Grundordnung abwenden, finden wir vielleicht auch Möglichkeiten, diese Entwicklung zu stoppen. Der Theaterabend „Zerstörungslust“ versteht sich als ein Schritt in diese Richtung.
Carolin Amlinger (*1984) ist Literatursoziologin und Projektleiterin am Department Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft der Universität Basel. Oliver Nachtwey (*1975) ist Professor für Sozialstrukturanalyse an der Universität Basel.