von Marius von Mayenburg
im Studio
Als Daniel (Architekt) ein bisschen spät von der Arbeit heimkommt, schaut seine Frau Sibylle (Ärztin) in ihrer beider geschmackvoll eingerichteten Wohnung eine Doku auf ARTE, die Kinder liegen so gut wie eingeschlafen in ihren Betten, die Reste der Lasagne warten aufwärmbereit auf dem Balkon, kurz: Ein ganz normaler Feierabend beginnt, ein Feierabend im Leben eines gut situierten Paares, angekommen mitten in der Alltagshölle. In schönster Routiniertheit wechseln Sibylle und Daniel von sprachlosem Desinteresse über Sticheleien in den Beschwichtigungsmodus und zurück, bis das Telefon klingelt. Daniels Ex-Freundin Franziska – einst seine große Liebe – ruft an. Sie
wurde von ihrem Freund sitzengelassen und weiß nicht wohin. Doch noch bevor Daniel und Sibylle sich einigen können, wen von ihnen beiden dieser Besuch kälter ließe, steht Franziska (Verkäuferin) vor der Tür. Ihr Duft weht durch die Wohnung. Will sie wirklich nur einen Schlafplatz? Und hätte das Leben nicht auch ganz anders verlaufen können?
Marius von Mayenburg (*1972) ist dem Paderborner Publikum durch seine Theaterstücke "Der Hässliche" und "Stück Plastik" bereits gut bekannt. Mit „Ex“ gelingt ihm die hochkomische, bitterböse Autopsie einer Paarbeziehung, deren Unwahrhaftigkeit sich aus überkommenen Rollenbildern, der Unvereinbarkeit von Beruf und Familie und unsichtbaren Klassengrenzen speist.